PrintLab 2026: Marketing Automation und Kundenzugang im Fokus
Beim PrintLab 2026 in Magdeburg diskutierten Unternehmerinnen und Unternehmer der Druckindustrie über ein Thema, das für viele Betriebe zunehmend strategische Bedeutung gewinnt: datenbasierte Kundengewinnung und Marketing Automation. Der Workshop zeigte, wie unterschiedlich die Ausgangssituationen in der Branche sind – und welche Rolle Daten, Softwarearchitekturen und digitale Kommunikationsprozesse künftig im Wettbewerb um Aufträge und Marktanteile spielen können.
Mit dem PrintLab greifen die Verbände Druck und Medien NordOst und Mitteldeutschland regelmäßig Themen auf, die für die strategische Entwicklung der Druckindustrie relevant sind. Am 5. März 2026 trafen sich Unternehmerinnen und Unternehmer der Branche in Magdeburg zum inzwischen fünften Workshop dieses Formats. Im Mittelpunkt stand diesmal ein Thema, das viele Unternehmen aktuell beschäftigt: datenbasierte Kundengewinnung und Marketing Automation. Unter dem Titel „Print loves Funnel – Marketing Automation für Druckereien“ gaben Jonas Kraus und Otto Schröter von der Kölner Agentur morefire Einblicke in digitale Marketingprozesse. Im Zentrum standen Fragen wie: Wie lassen sich Interessenten systematisch gewinnen? Wie können Leads über strukturierte Kommunikationsprozesse zu Kunden entwickelt werden? Und welche Rolle spielen Daten entlang der gesamten Customer Journey?
Wenn digitale Marketinglogik auf Branchenrealität trifft
Der Workshop brachte bewusst unterschiedliche Perspektiven zusammen. Auf der einen Seite standen Referenten aus der Welt des digitalen Performance-Marketings, in der datenbasierte Marketingprozesse, automatisierte Kommunikation und Plattformlogiken zum Alltag gehören.
Auf der anderen Seite Unternehmerinnen und Unternehmer aus einer Branche, deren Geschäftsmodelle traditionell stark über Produktion und persönlichen Vertrieb organisiert sind – und die gleichzeitig täglich Verantwortung für Betriebe, Mitarbeitende und Investitionsentscheidungen tragen.
Der Austausch zwischen beiden Perspektiven war intensiv und teilweise auch herausfordernd. Gerade darin lag jedoch der Wert des Formats: unterschiedliche Denkweisen miteinander ins Gespräch zu bringen und gemeinsam auszuloten, welche Ansätze für die Branche praktikabel sein können.
Daten als neuer Wettbewerbsfaktor
Ein zentrales Thema des Tages war die zunehmende Bedeutung von Daten für Marketing und Vertrieb. Wer Informationen über Interessenten und Kunden systematisch gewinnt und nutzt, kann seine Marktansprache deutlich gezielter gestalten. Gerade in einem Markt, der sich strukturell verdichtet und in dem der Wettbewerb um Aufträge intensiver wird, gewinnt dieser Faktor an Bedeutung.
Gleichzeitig zeigte der Austausch, dass viele Betriebe beim Thema Marketing Automation noch am Anfang stehen – selbst Unternehmen, die in anderen digitalen Fragen bereits weit entwickelt sind. Während Online-orientierte Geschäftsmodelle entlang der gesamten Customer Journey automatisch Daten generieren, verfügen viele klassische Druckbetriebe bislang nur begrenzt über solche Datengrundlagen.
Für sie entsteht daraus zusätzlicher Druck im Wettbewerb um Marktanteile. Gleichzeitig bleibt ein zentrales Erfolgsmerkmal der Branche bestehen: der persönliche Vertrieb und die oft über viele Jahre gewachsenen Kundenbeziehungen. Künftig dürfte es zunehmend darauf ankommen, diese Stärke mit datenbasierten Marketingprozessen zu verbinden.
Neue Fragen an Technologie und Organisation
In den Diskussionen wurde zudem deutlich, dass die technische Infrastruktur vieler Druckereien eine besondere Rolle spielt. Die Branche arbeitet traditionell mit stark integrierten MIS- und ERP-Systemen, die Produktionsprozesse, Kalkulation, Auftragsmanagement und kaufmännische Abläufe eng miteinander verzahnen. Die moderne Softwarewelt entwickelt sich dagegen zunehmend modular, cloudbasiert und API-orientiert. Viele Marketing- und CRM-Lösungen folgen diesem Ansatz. Für viele Unternehmen stellt sich deshalb eine zentrale Zukunftsfrage: Wie lassen sich klassische Branchensoftware und moderne datenbasierte Marketingtools sinnvoll miteinander verbinden?
Der Workshop machte deutlich, dass die Druckindustrie in den vergangenen Jahrzehnten vor allem ihre Produktionsprozesse automatisiert hat. Die nächste Entwicklungsphase dürfte stärker Marketing, Vertrieb und Kundenkommunikation betreffen. Dabei geht es nicht darum, persönliche Beziehungen zu ersetzen. Vielmehr können datenbasierte Prozesse helfen, Kommunikation zielgerichteter zu gestalten, Informationen schneller verfügbar zu machen und Vertriebsarbeit zu unterstützen.
Mit rund 15 Teilnehmenden bot das PrintLab einen bewusst überschaubaren Rahmen für intensive Gespräche und Austausch unter Unternehmerinnen und Unternehmern. Neben dem Workshop selbst standen auch das gemeinsame Abendessen und der persönliche Austausch im Mittelpunkt.
Die Diskussionen in Magdeburg haben gezeigt, dass sich die Branche zunehmend mit diesen Themen auseinandersetzt – auch wenn viele Fragen noch offen sind. Die Erkenntnisse aus dem PrintLab werden deshalb auch in die weitere Verbandsarbeit einfließen. Denn eines wurde deutlich: Die Druckindustrie hat ihre Produktion über Jahrzehnte hinweg automatisiert. Die nächste Herausforderung besteht darin, auch Marketing, Vertrieb und Kundenzugang stärker datenbasiert zu organisieren.













































