Interessensvertretung

FDP-Spitzenkandidat Christoph Meyer im Dialog mit der Wirtschaft zur Berlin-Wahl 2026

Im Dialogformat der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) diskutierte FDP-Spitzenkandidat Christoph Meyer mit Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft über die Zukunft des Standorts Berlin. Im Mittelpunkt standen Eigentumsschutz, Bürokratieabbau, Bildung und Wettbewerbsfähigkeit. Der VDMNO brachte insbesondere die Perspektive produzierender kleiner und mittelständischer Unternehmen ein, die durch steigende Anforderungen und schwierige Rahmenbedingungen zunehmend unter Druck geraten.

Im Rahmen eines wirtschaftspolitischen Dialogformats der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) diskutierte der FDP-Spitzenkandidat zur Berlin-Wahl 2026, Christoph Meyer, gestern mit Vertreterinnen und Vertretern zahlreicher Wirtschaftsverbände über die Zukunft des Standorts Berlin. Auch der VDMNO brachte sich in die Diskussion ein und machte insbesondere auf die Situation produzierender mittelständischer Unternehmen aufmerksam.

Meyer betonte zu Beginn drei zentrale Punkte seiner wirtschaftspolitischen Positionierung: den Respekt vor Eigentum, Vertrauen in Unternehmen sowie Bildung und Leistungsbereitschaft als Grundlage gesellschaftlichen Aufstiegs. Besonders deutlich sprach er sich gegen Vergesellschaftungsdebatten aus, wie sie in Berlin seit Jahren geführt werden. Solche Diskussionen beschädigten aus seiner Sicht das Vertrauen in den Standort und erschwerten Investitionen.

Kritisch äußerte sich Meyer zudem zur Ausbildungsplatzabgabe. Im anschließenden Austausch wurde von mehreren anwesenden Wirtschaftsverbänden hervorgehoben, dass die Debatte um zusätzliche Umlagen und Auflagen in vielen Unternehmen als Ausdruck mangelnden Vertrauens gegenüber den Betrieben wahrgenommen werde – gerade vor dem Hintergrund ohnehin schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.

Wirtschaft fordert bessere Rahmenbedingungen statt zusätzlicher Belastungen

Der VDMNO brachte in diesem Zusammenhang insbesondere die Perspektive des produzierenden Kleingewerbes in Berlin in die Diskussion ein. Gerade kleinere und mittelständische Produktionsbetriebe seien in vielen Bezirken und Quartieren fest verankert und trügen wesentlich zu Ausbildung, Beschäftigung und lokaler Wertschöpfung bei. Zugleich wurde betont, dass wirtschaftlicher Erfolg selbstverständlich von vielen Faktoren abhängt – von Marktbedingungen, Innovationskraft und unternehmerischen Entscheidungen ebenso wie von politischen Rahmenbedingungen.

Gerade bei Letzteren sehen viele Unternehmen jedoch zunehmenden Handlungsbedarf. Steigende bürokratische Anforderungen, langwierige Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren, hohe Energiepreise, zunehmende Dokumentationspflichten sowie fehlende Planbarkeit belasteten viele Betriebe spürbar im Alltag. Insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen mit begrenzten personellen Ressourcen stünden dabei häufig unter besonderem Druck.

Hinzu komme, dass Produzieren in Berlin und Deutschland angesichts hoher Kosten, angespannter Personal- und Nachwuchssituationen sowie ungleicher Wettbewerbsbedingungen – insbesondere mit Blick auf osteuropäische Nachbarstaaten – zunehmend anspruchsvoller werde. Anders als Großunternehmen verfügten viele dieser Betriebe nicht über umfangreiche Ausweichmöglichkeiten oder alternative Standorte. Verschlechtern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dauerhaft, entstehen dadurch gerade für regional verwurzelte Unternehmen erhebliche Risiken für die langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit des Betriebs – bis hin zur Aufgabe des Unternehmens.

Beim Bürokratieabbau forderte Meyer einen grundlegenden Kurswechsel. Das häufig formulierte Prinzip „One in, one out“ gehe nicht weit genug, eigentlich müsse gelten: „One in, many out.“ Grundsätzlich fehle Berlin derzeit eine klare Vorstellung davon, wie sich die Stadt wirtschaftlich und gesellschaftlich entwickeln wolle. Meyer: „Berlin hat keine Idee mehr davon, was es eigentlich sein möchte.“

In diesem Zusammenhang bezeichnete er auch die Bewerbung Berlins für die Expo als wichtiges Zukunftsprojekt. Solche Großvorhaben könnten als Kristallisationspunkte für wirtschaftliche Dynamik und gesellschaftliche Identifikation wirken. Zugleich machte Meyer deutlich, dass Berlin langfristig nicht ausschließlich Dienstleistungsmetropole sein könne. Auch produzierendes Gewerbe und industrielle Wertschöpfung müssten Teil der wirtschaftlichen Zukunft der Hauptstadt bleiben. Es brauche auch in Berlin ein glaubwürdiges Aufstiegsversprechen und eine Kultur für Erfolg.