Die Branche im Wandel: 14 Stimmen vom Online Print Summit 2026
Zwei Tage, die nachwirken: Beim Online Print Summit 2026 wurde klar, wie stark KI, Daten und neue Marktlogiken die Branche verändern. Doch wie blicken Unternehmerinnen und Unternehmer auf das Event – und auf die Zukunft von Print? Wir haben dazu 14 Stimmen eingesammelt – aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf das Event und Zukunft von Print.
Zwei Tage München, viele Gespräche, noch mehr Impulse – und das Gefühl, dass sich gerade etwas verschiebt. Wir waren als Team des VDMNO vor Ort, haben zugehört, diskutiert und vor allem eines gemerkt: Der Online Print Summit ist längst kein klassisches Branchentreffen mehr. Er ist ein Ort geworden, an dem sich die Zukunft der Druckindustrie verdichtet.
Und genau deshalb gilt schon jetzt: 13. und 14. April 2027 – Online Print Summit, München. Wer verstehen will, wohin sich die Branche bewegt, sollte sich diesen Termin fest vormerken.
Wenn Software über Sichtbarkeit entscheidet
Was vom diesjährigen OPS hängen bleibt, ist keine einzelne Technologie, kein Tool, kein Trend. Es ist eine grundlegende Verschiebung. Die vielleicht prägnanteste Botschaft, die wir aus München mitnehmen, lässt sich so zuspitzen: Nicht mehr die Maschine entscheidet über den Markterfolg – sondern Software, Daten und die Fähigkeit, in neuen digitalen Systemen sichtbar zu sein.
Der Begriff, der dafür immer wieder fiel, ist „Agentic Commerce“. Dahinter steckt eine Entwicklung, die viele Geschäftsmodelle infrage stellt. Künftig wird der Kunde nicht mehr selbst suchen, vergleichen und entscheiden – er lässt entscheiden. KI wird zum Gatekeeper. Sie filtert Angebote, trifft Vorauswahlen, strukturiert Kaufprozesse. Wer in diesen Systemen nicht stattfindet, verliert an Sichtbarkeit. Das verändert alles. Sichtbarkeit entsteht nicht mehr nur über klassische Kanäle, sondern über maschinenlesbare Daten, Schnittstellen und Strukturen. Produkte, Leistungen und Prozesse müssen so aufbereitet sein, dass sie von KI-Systemen verstanden und verarbeitet werden können. „Agent ready“ zu sein, wird damit zu einer neuen Grundvoraussetzung – auch für Druckereien. Gleichzeitig wurde deutlich: Diese Entwicklung ist kein fernes Zukunftsszenario. Sie hat begonnen. Viele Unternehmen experimentieren nicht mehr – sie bauen bereits. Hyperpersonalisierung, automatisierte Marketingprozesse und neue Plattformlogiken sind keine Buzzwords mehr, sondern konkrete Bausteine für neue Geschäftsmodelle.
Zwischen Spitze und Mittelstand
Und doch war der Summit mehr als Technologie. Es ging immer wieder um die Rolle von Print in diesem neuen Gefüge. Print wird nicht ersetzt – im Gegenteil. In einer zunehmend digitalen, automatisierten Welt gewinnt das physische Produkt an Bedeutung. Als haptisches Erlebnis, als Differenzierungsmerkmal, als Teil komplexer Marketing-Supply-Chains. Print bleibt – aber es verändert seine Funktion.
Gleichzeitig ist klar: Beim Online Print Summit trifft sich vor allem die Spitze der Branche – technologisch weit entwickelte Unternehmen. Das setzt Maßstäbe und zeigt, was heute schon möglich ist.
Aber genau hier liegt eine wichtige Einordnung: Die Druckindustrie in Deutschland ist und bleibt durch KMU geprägt. Viele Betriebe sind kleiner, spezialisierter, näher am Kunden. Und genau darin liegt eine enorme Stärke. Wer nicht an komplexe Strukturen gebunden ist, kann schneller entscheiden, schneller testen, schneller neue Wege gehen – und genau in dieser Agilität liegt die Chance, mit den Entwicklungen Schritt zu halten.
Stimmen aus der Praxis
Was den Summit dabei besonders macht, ist nicht nur das Programm, sondern der Austausch. Wir haben vor Ort insgesamt 14 Gespräche mit Druckunternehmerinnen und -unternehmern sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Zulieferindustrie, Forschung und Verbänden geführt. Unsere Leitfrage war dabei bewusst einfach: Warum bist du hier – und was nimmst du mit? Die Antworten darauf hätten unterschiedlicher kaum sein können. Für die einen steht die technologische Entwicklung im Mittelpunkt, für andere die Frage nach neuen Geschäftsmodellen, wieder andere suchen ganz konkret nach Lösungen für den eigenen Betrieb. Genau diese Bandbreite macht den Wert des Online Print Summit aus.
Und trotzdem ziehen sich bestimmte Themen durch nahezu alle Gespräche: Wie gehen wir mit KI um? Wo entstehen neue Geschäftsmodelle? Welche Rolle spielen Daten? Und vor allem: Wo fangen wir konkret an? Genau diese Vielfalt macht den Online Print Summit zu einem Leitevent. Hier treffen strategische Einordnung und unternehmerische Realität direkt aufeinander. Hier wird nicht nur über Zukunft gesprochen – hier wird sichtbar, wie sie entsteht.
Für uns bleiben nach diesen zwei Tagen vor allem zwei Dinge: Klarheit und Rückenwind. Die Branche ist in Bewegung. Und sie hat die Chance, ihre Rolle neu zu definieren – auf ganz unterschiedlichen Wegen.
Und genau deshalb: 13. und 14. April 2027 vormerken. Denn dann findet der nächste Online Print Summit statt. Wir sehen uns in München!