ZWH-Leitfaden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen

Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen wird immer wichtiger. Sie ist nicht nur für Unternehmen, die ab dem kommenden Jahr von der EU-Taxonomieverordnung oder zukünftig von der EU-Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD – Richtlinie) betroffen sein werden von Relevanz, sondern auch für alle Unternehmen, die aus der Überzeugung heraus agieren, die Unternehmensführung wirtschaftlich, ökologisch und sozial nachhaltig aufzustellen. Praktische Hilfestellungen, wie Unternehmen ihr betriebliches Wirtschaften nachhaltig ausrichten und darüber berichten können, bietet der neu veröffentlichte ZWH-Leitfaden „Nachhaltiges Wirtschaften in Handwerksbetrieben sichtbar machen“.

Angesichts der enormen Bedrohung, die der globale Klimawandel für Volkswirtschaften darstellt, gewinnt ihre Transformation in nachhaltige Wirtschaftssysteme immer mehr an Bedeutung. Damit die Entwicklungen und Fortschritte auf dem Weg zur Klimaneutralität jedoch adäquat beobachtet, dokumentiert und erfasst werden können, bedarf es nicht nur eines geeigneten staatlichen, sondern auch unternehmerischen Berichterstattungsstandards.

  • Nachhaltigkeitsberichterstattung im Rahmen der EU-CSRD-Richtlinie

Die EU-Kommission hat einen Richtlinienvorschlag zur unternehmerischen Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive) vorgelegt, der erstmals für die Berichtsperiode ab dem 1. Januar 2023 angewendet werden soll. Dieser sieht u. a. eine Erweiterung der Informationspflichten von berichtspflichtigen Unternehmen und eine starke Ausweitung des Kreises der von der Richtlinie betroffenen Unternehmen vor. Für Deutschland bedeutet dies, dass die Anzahl berichtspflichtiger Unternehmen von derzeit ca. 550 Unternehmen auf ca. 15.000 Unternehmen ansteigen wird.

  • Nachhaltigkeitsberichterstattung im Rahmen der EU-Taxonomieverordnung

Zudem spielt die Nachhaltigkeitsberichterstattung auch im Rahmen der EU-Taxonomie eine zentrale Rolle. Die EU-Taxonomieverordnung ist ein Rahmenwerk zur einheitlichen Definition von ökologisch nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten und legt u. a. emissionsbezogene branchenspezifische Schwellenwerte fest, die ein Unternehmen im Rahmen seines Produktionsprozesses erfüllen muss, damit seine Tätigkeit als nachhaltig bzw. „grün“ im Sinne der Taxonomie bewertet wird.

Detaillierte und umfassende taxonomiebezogene Informationen können dem im August 2021 veröffentlichten bvdm-FAQ-Katalog zur EU-Taxonomie entnommen werden. Im entsprechenden Rundschreiben vom 27. August 2021 werden zudem mögliche Taxonomie-Auswirkungen auf nicht direkt betroffene KMU – und damit auch Druck- und Medienunternehmen – entlang der Lieferkette beleuchtet.

  • Unterstützung beim Verfassen eines Nachhaltigkeitsberichts

Diese gesetzliche Verpflichtung – aber auch das Eigenengagement vieler Unternehmen – führt zu einer zunehmenden Zahl an interessierten Unternehmen, die über einen Nachhaltigkeitsbericht ihr betriebliches Wirtschaften analysieren und dokumentieren. Viele Druckereien handeln schon heute nachhaltig, zukunftsorientiert und verantwortungsvoll, haben dies aber noch nicht in einem Nachhaltigkeitsbericht niedergeschrieben.

Betriebe, die für die praktische Herangehensweise Unterstützung suchen, können den vor kurzem veröffentlichten Leitfaden „Nachhaltigkeitswegweiser des Handwerks“ nutzen. Dieser stützt sich auf die 20 Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK), der einen anerkannten und CSR-konformen Standard zur betrieblichen Nachhaltigkeitserklärung liefert. Der DNK wurde vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE), der seit 2001 die Bundesregierung bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie berät, entwickelt. Sind alle Kriterien nach Standard erfüllt, können Unternehmen davon ausgehen, einen CSRD-konformen Bericht erstellt zu haben.

Die Verbände Druck und Medien unterstützen ihre Mitglieder gerne durch weitere Informationsangebote sowie durch 3–5-tägige Workshops zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Bitte teilen Sie uns Ihr Interesse per Mail an Julia Rohmann, jr@bvdm-online.de mit, sodass wir einen geeigneten Workshop zusammenstellen können. Der Workshop wird in Zusammenarbeit mit der Kampagne Nachhaltiges Handwerk durchgeführt und ist daher kostenlos. Auf der Kampagnenseite ist umfangreiches Material rund um das Thema Nachhaltigkeit zu finden. Ferner gibt es auf der Webseite die Möglichkeit, anhand eines Nachhaltigkeitsnavigators direkt in die praktische Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes einzusteigen.

Neben einer nachhaltigkeitsbezogenen Bestandsaufnahme, welche offenlegt, an welchen Stellen Ihr Unternehmen bereits nachhaltig ist und wo noch Entwicklungsmöglichkeiten bestehen, stellt der Navigator Ihnen auch Textbausteine für den Nachhaltigkeitsbericht Ihres Unternehmens zur Verfügung. Für die Nutzung des Navigators ist die Einrichtung eines Unternehmenskontos nötig.

Das komplette Rundschreiben können registrierte Mitglieder hier downloaden