Verlängerung der Abgabefristen für die Steuererklärung 2020

Aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Belastungen durch die Coronakrise hat der Bundesrat in seiner letzten Sitzung vor dem Ende dieser Legislaturperiode am 25. Juni 2021 die Abgabefrist für die Jahressteuererklärung 2020 verlängert. Dadurch sollen nicht nur Steuerpflichtige, sondern vor allem auch die Angehörigen von steuerberatenden Berufen, über die derzeit die Beantragung der Überbrückungshilfen III sowie der Härtefallhilfen erfolgen, entlastet werden.

Daher gilt die Fristverlängerung sowohl für Fälle, in denen prüfende Dritte zur Erstellung der Steuererklärung eingeschaltet werden als auch für die Fälle, in welchen die Steuerklärung selbstständig erstellt wird.

Die ohne Steuerberater erstellte Steuererklärung für den Veranlagungszeitraum 2020 muss nun bis zum 31. Oktober 2021 abgegeben werden– statt wie bisher bis Ende Juli 2021.

Die mit Hilfe eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins erstellte Steuererklärung für den Veranlagungszeitraum 2020 muss nun bis zum 31. Mai 2022 abgegeben werden – statt wie bisher bis Ende Februar 2022.

Mit der Verlängerung der Steuererklärungsfrist wird auch die – regulär 15-monatige – sogenannte „zinsfreie Karenzzeit“ um drei Monate ausgeweitet. Folglich wird auch die Karenzzeit für Verzugszinsen auf Steuerschulden um drei Monate verlängert.

Zu beachten ist, dass die Regelungen bezüglich vereinfachter Steuerstundungsverfahren und vollstreckungsrechtlicher Erleichterungen nur für die bis zum 30. Juni 2021 fällig werdenden Steuern, wie Einkommensteuern, Körperschaftsteuern und Umsatzsteuern, (siehe BMF FAQ-Katalog Ziffer II Nr. 1) gelten. Damit werden diese coronabedingten steuerlichen Erleichterungen zukünftig wieder eingeschränkt werden, da derzeit keine Verlängerung absehbar ist.

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