Telefonische Feststellung der Arbeitsunfähigkeit verlängert | Online-Attest reicht nicht aus

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat erneut bundesweit die Möglichkeit der Ausstellung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen nach telefonischer Anamnese verlängert. Sie gilt nun bis zum 30. September 2021.

Unabhängig von der Sonderregelung aufgrund der Pandemie besteht seit Juli 2020 die Möglichkeit, die Arbeitsunfähigkeit unter bestimmten Voraussetzungen auch per Videosprechstunde feststellen zu können. Ausschließlich über einen Online-Fragebogen ohne unmittelbaren Patientenkontakt ausgestellten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen kommt aber kein Beweiswert zu. Dies hat das Arbeitsgericht Berlin entschieden.

  • Verlängerung der Pandemie-Sonderregelung
    Versicherte, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, können auch weiterhin telefonisch bis zu 7 Tage krankgeschrieben werden und für weitere 7 Kalendertage eine Folgebescheinigung erhalten. Voraussetzung dafür ist aber, dass sich Ärzte durch eine eingehende telefonische Befragung persönlich vom gesundheitlichen Zustand überzeugen.
    Die Pressemitteilung des G-BA dazu finden Sie hier: www.g-ba.de.
  • Arbeitsgericht Berlin: Online-Attest nicht ausreichend
    Vor Ausstellung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss ein Kontakt zwischen Arzt und Versichertem mindestens in Form eines Telefonats (nach der Pandemie-Sonderregelung) oder einer Videosprechstunde stattfinden. Ein über den Online-Dienst „au-schein.de“ ausgestelltes Attest ohne vorherige ärztliche Untersuchung ist nicht für den Beweis der Arbeitsunfähigkeit geeignet. Dies hat das Arbeitsgericht Berlin am 1. April 2021 (Az.: 42 Ca 16289/20) entschieden.
  • Sachverhalt
  • Entscheidungsgründe
  • Bewertung – Folgen der Entscheidung

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