Tarifverhandlungen Druckindustrie: ver.di blockiert Einigung in vierter Verhandlungsrunde

Die vierte Tarifverhandlungsrunde für die Beschäftigten der Druckindustrie zwischen dem bvdm und ver.di in Berlin endete am Abend des 30. Oktober 2018 nach 7 stündiger Verhandlung ohne Ergebnis. Die weit reichenden Angebote der Arbeitgeber für ein neues Lohnabkommen und den Neuabschluss des Manteltarifvertrages lehnte die Gewerkschaft ab. Am 22. November 2018 sollen die Gespräche fortgesetzt werden.

Die Arbeitgeberseite war mit der Hoffnung in den vierten Verhandlungstag gegangen, dass die Verhandlungen zu einem Abschluss kommen würden. Dies ist auf Grund der Blockadehaltung der Gewerkschaft jedoch nicht gelungen. Trotz intensiver Verhandlungen bis in den Abend hinein konnte kein Verhandlungsergebnis erzielt werden.

Die Mitglieder der Verhandlungskommission des bvdm haben sich bemüht, die Auseinandersetzung in einem konstruktiven Klima zu führen. Umso enttäuschender ist es aus Sicht der Arbeitgeber, dass ver.di sich weiterhin weigert, die wirtschaftliche Lage der Druckindustrie in ihre Vorstellungen zur Gestaltung eines modernen Tarifwerks mit einzubeziehen. Aus Sicht des bvdm ist es fraglich, ob in naher Zukunft überhaupt ein für beide Seiten tragfähiger Tarifabschluss erreicht werden kann. Voraussetzung dafür wäre, dass ver.di ihre bisherige Blockadepolitik aufgibt. Danach sieht es aber derzeit leider nicht aus.

Die Verhandlungskommission des bvdm hatte bereits in der zweiten Verhandlungsrunde ver.di folgendes Angebot vorgelegt:

  • Dezember 2018:            Einmalzahlung von 400 €
  • April 2019:                     lineare Erhöhung um 2,4 %
  • Laufzeit:                         24 Monate (bis Ende August 2020)

Dies hatte ver.di abgelehnt und bei einer Laufzeit von 12 Monaten eine lineare Erhöhung von 2,7 % zum 1. November 2018 und alternativ für 24 Monate Erhöhungen um 2,7 % zum 1. November 2018 und um 2,4 % zum 1. November 2019 gefordert.

Aus Sicht der Arbeitgeber kam eine Erhöhung ihres Angebots nur unter der Voraussetzung in Frage, dass gleichzeitig ein verbindlicher Fahrplan zur Reform des Manteltarifvertrages vereinbart wird. Nach intensiver interner Beratung bot die Verhandlungskommission des bvdm der Gewerkschaft daher einen Lohnabschluss mit folgenden Eckpunkten an:

  • November 2018:            Einmalzahlung von 200 €
  • April 2019:                     lineare Erhöhung um 2,4 %
  • April 2020:                     lineare Erhöhung um 1,4 %
  • Februar 2021:                Einmalzahlung von 200 €
  • Laufzeit:                         30 Monate bis Ende Februar 2021

Dieses Angebot präzisierte der bvdm in der vierten Runde und bot in Bezug auf den durch die Arbeitgeber gekündigten Manteltarifvertrag (MTV) an, diesen für bestehende Arbeitsverhältnisse wieder in Kraft zu setzen und über eine Neufassung des gesamten Tarifvertrags für neue Arbeitsverhältnisse zu verhandeln. Die von den Forderungen der Arbeitgeber nicht betroffenen Teile des MTV sollten auch für neue Arbeitsverhältnisse gelten. Das betrifft insbesondere folgende Punkte:

  • 30 Tage Urlaub
  • 5-Tage-Woche
  • Freischichten für Schichtarbeiter
  • Übernahme von Auszubildenden für mindestens 12 Monate
  • Zuschlagsregelungen für Nacht-, Feiertags- und Samstagsarbeit sowie Überstunden
  • zusätzliches Krankengeld, Hinterbliebenengeld

Außerdem könnten neue Flexibilisierungsmöglichkeiten mit Regelungen zur Beschäftigungssicherung und zum altersgerechten Arbeiten verbunden werden. Beides hätte im Sinne der Arbeitnehmer sein können.

Dieses Angebot wies ver.di zurück und kündigte zugleich für die kommende Woche weitere bundesweite Streikmaßnahmen an. Ein Kompromiss war daher nicht erreichbar. Die Verhandlungen wurden nach sieben Stunden schließlich ergebnislos beendet. Am 22.November sollen die Gespräche in Berlin fortgesetzt werden.

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