Tarifverhandlungen Druckindustrie: bvdm erwartet im dritten Verhandlungstermin mehr Realismus von ver.di

Am 28. März 2022 werden die Tarifverhandlungen der Druckindustrie in Berlin fortgesetzt. Der bvdm erwartet, dass die Gewerkschaft ver.di von ihren unrealistischen Vorstellungen abrückt und sich auf die Arbeitgeber zubewegt. Auch aus anderen Tarifgebieten gibt es Neuigkeiten.

In der zweiten Verhandlungsrunde am 21. Februar 2022 hatten die Arbeitgeber der Gewerkschaft eine Einigung vorgeschlagen, die den von ver.di geltend gemachten Bedarf der Arbeitnehmer an einer schnellen finanziellen Unterstützung berücksichtigt, ohne die Unternehmen angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung mit langfristig wirkenden Lohnsteigerungen zu überfordern.

Die angebotene – nur bis Ende März steuer- und sozialabgabenfrei mögliche – Corona-Prämie von 500 Euro, verbunden mit einer Verlängerung des Lohnabkommens um 12 Monate, hatte ver.di jedoch abgelehnt und stattdessen tabellenwirksame Erhöhungen gefordert.

Die Arbeitgeber erwarten von ver.di, im dritten Verhandlungstermin am 28. März endlich zu beginnen, Verhandlungen auf dem Boden der wirtschaftlichen Realität der Branche zu führen, statt weiterhin Vergleiche mit wirtschaftlich besser dastehenden Branchen anzustellen, die für den Tarifabschluss der Druckindustrie keine Rolle spielen.

Aktuelle Informationen zum Stand der Verhandlungen, ein Plakat sowie einen Faktencheck zu den ver.di-Äußerungen zur Verwendung in den Betrieben finden Sie unter www.bvdm-online.de/themen/arbeit-tarif/.

Tarifabschluss Zeitungsverlage angenommen
Der am 10. Februar 2022 erzielte Abschluss in den Tarifverhandlungen zwischen dem Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) und den Gewerkschaften Deutscher Journalisten-Verband (DJV) und Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in ver.di (dju) ist inzwischen von allen Tarifparteien angenommen worden.

Tarifrunde Chemie gestartet
Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Chemie- und Pharmaindustrie haben zwischen dem 2. und 16. März 2022 auf regionaler Ebene begonnen und wurden am 21./22. März in der ersten Verhandlungsrunde auf Bundesebene fortgesetzt. Die Gewerkschaft IG BCE hat ihre Forderung nach Gehaltserhöhungen bisher nicht beziffert, sondern fordert, die Kaufkraft der Beschäftigten nachhaltig zu steigern. Zusätzlich fordert die IG BCE eine Erhöhung der Schichtzuschläge in Nachtschichten auf einheitlich 25 Prozent, die Weiterentwicklung des Tarifvertrages „Zukunft durch Ausbildung & Berufseinstieg“ sowie Regelungen zur mobilen Arbeit. Die Verhandlungen werden am 04./05. April 2022 fortgesetzt.

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