Tarifverhandlungen Druckindustrie – bvdm empfiehlt Lohnerhöhung

In den Tarifverhandlungen der Druckindustrie geht es aktuell nicht voran. Die Gewerkschaft ver.di weigert sich, mit dem bvdm zu verhandeln und enthält den Arbeitnehmern damit auch eine Lohnerhöhung vor. Die Verhandlungskommission des bvdm empfiehlt den Arbeitgebern daher eine freiwillige Lohnerhöhung um 1,8 % und ruft ver.di zur Rückkehr an den Verhandlungstisch im März auf.

Seit September 2018 haben bvdm und ver.di in insgesamt sechs Runden über ein neues Lohnabkommen und die Reform des Manteltarifvertrages (MTV) verhandelt, bisher ohne Ergebnis. Derzeit gibt es keinen neuen Termin. Dieser Stillstand ist für alle Beteiligten unbefriedigend.

Die Arbeitgeber haben eine zweistufige Lohnerhöhung von in der Summe 3,8 % und Einmalzahlungen von insgesamt 400 € bei einer Laufzeit von 30 Monaten angeboten. Damit verbunden ist die Bereitschaft, die im MTV geregelten Arbeitsbedingungen der jetzt Beschäftigten unverändert zu lassen. Über Öffnungsklauseln sollen Betriebe mehr Spielraum für individuelle Lösungen bekommen. An diesem Angebot halten die Arbeitgeber auch weiter fest. Eine Reform des MTV zumindest für Neueinstellungen ist aus Sicht des bvdm jedoch unverzichtbar.

Inzwischen drängt sich der Eindruck auf, dass ver.di den Flächentarifvertrag bereits vollständig aufgegeben hat. Statt mit dem bvdm zu verhandeln, hat ver.di die Landesverbände Baden-Württemberg, Bayern und Nord-West wiederholt zu regionalen Verhandlungen aufgefordert und versucht, dort in einzelnen Betrieben gezielt Druck durch Streiks aufzubauen. Alle Verbände haben diesen Versuch, sie gegeneinander auszuspielen, abgelehnt und sich zum bundesweit einheitlichen Flächentarif bekannt.

Mittlerweile wächst in vielen Betrieben das Unverständnis über den Stillstand in den Tarifverhandlungen, Arbeitnehmer fragen sich zu Recht, wie es weiter geht und wann sie mit einer Lohnerhöhung rechnen können. Die unverantwortliche Blockadepolitik der Gewerkschaft soll nicht zum Schaden der Arbeitnehmer sein, die durch ihre Arbeit den Erfolg ihrer Betriebe sichern. Aus diesem Grund empfiehlt die Verhandlungskommission des bvdm den tarifgebundenen Betrieben, die Löhne und Gehälter zum 1. März 2019 freiwillig um 1,8 % zu erhöhen, um im Vorgriff auf den weiterhin angestrebten Tarifabschluss vorab schon einen Ausgleich der Preissteigerung zu gewährleisten.

Diese Empfehlung einer freiwilligen Vorweganhebung ist ein Zeichen des guten Willens und der sozialen Verantwortung der Arbeitgeber gegenüber den Beschäftigten und ist verbunden mit dem Aufruf an ver.di, die Verhandlungen auf Bundesebene fortzusetzen. Hierzu hat der bvdm der Gewerkschaft alternativ den 21. oder 22. März 2019 angeboten.

  • Zum rechtlichen Hintergrund:

Die Empfehlung der Verhandlungskommission des bvdm, die Löhne und Gehälter zum 1. März 2019 um 1,8 % zu erhöhen ist nicht bindend. Tarifgebundene Unternehmen können frei entscheiden, ob sie der Empfehlung folgen wollen oder nicht. Ein Anspruch auf die Lohnerhöhung besteht für die Arbeitnehmer des Betriebes erst dann, wenn der Arbeitgeber sich ihnen gegenüber verpflichtet, die Empfehlung umzusetzen.

Hierzu kann der Arbeitgeber mit den einzelnen Arbeitnehmern vertragliche Vereinbarungen schließen oder eine Gesamtzusage erteilen. Entsprechende Muster erhalten Sie in unserer Geschäftsstelle. Diese Muster stellen sicher, dass eine spätere tarifliche Lohnerhöhung mit der Vorweganhebung verrechnet wird.

Weitere Informationen zu den Tarifverhandlungen finden Sie unter bvdm-online.de/tarif. Ein neues Plakat sowie ein „Tarifinfo“ des bvdm als Flugblatt zum Verhandlungsstand und der Verbandsempfehlung können unter bvdm-online.de/tarifdownloads heruntergeladen werden.

Ihre Ansprechpartner finden Sie hier.

[printfriendly]