Tarifverhandlungen der Druckindustrie werden fortgesetzt

Am 30. Januar 2019 setzen bvdm und ver.di die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Druckindustrie über ein neues Lohnabkommen und den Neuabschluss des Manteltarifvertrages in kleiner Verhandlungsrunde in Berlin fort.

Die Arbeitgeber hatten ver.di von Beginn an deutlich gemacht, dass sie zu angemessenen Lohnerhöhungen bereit sind. Allerdings muss der bestehende Tarifkonflikt aus Sicht des bvdm insgesamt und nicht nur teilweise gelöst werden.

Unter der Voraussetzung einer Einigung auf einen verbindlichen Fahrplan zur Reform des Manteltarifvertrages hatte die Verhandlungskommission des bvdm der Gewerkschaft daher einen Lohnabschluss angeboten, bestehend aus einer zweistufigen Lohnerhöhung von in der Summe 3,8 % und Einmalzahlungen von insgesamt 400 € bei einer Laufzeit von 30 Monaten bis Ende Februar 2021. Ferner sollte der Manteltarifvertrag (MTV) für bestehende Arbeitsverhältnisse wieder in Kraft gesetzt und über eine Neufassung des MTV für neue Arbeitsverhältnisse verhandelt werden. Außerdem könnten neue Flexibilisierungsmöglichkeiten für betriebliche Regelungen geschaffen werden.

Die Gewerkschaft lehnt bisher jedoch jede Verhandlung über eine Reform des MTV ab und hatte zuletzt eine Lohnerhöhung von 2,7 % bei einer Laufzeit von 12 Monaten bzw. alternativ Erhöhungen um insgesamt 5,1 % für 24 Monate gefordert. Nach fünf Verhandlungsrunden hatte ver.di die Flächentarifverhandlungen mit dem bvdm am 22. November 2018 zunächst ohne neuen Termin abgebrochen. Statt an einer konstruktiven Lösung in den Tarifverhandlungen mit dem bvdm zu arbeiten, versucht ver.di seitdem, mit den Landesverbänden Druck und Medien Baden-Württemberg, Bayern und Nord-West regionale Tarifverhandlungen zu führen.

In einem gemeinsamen Schreiben mit dem bvdm haben die Landesverbände diesen Bestrebungen ver.dis, die Verbände gegeneinander auszuspielen, eine Absage erteilt und die Gewerkschaft zur Fortsetzung der Verhandlungen auf Bundesebene aufgefordert.

Ob im Gespräch am 30. Januar ein nennenswerter Fortschritt erreicht werden kann, ist angesichts der bisherigen und auch weiterhin angekündigten Blockadehaltung der Gewerkschaft derzeit nicht abzusehen. Informationen zu den Tarifverhandlungen finden Sie unter https://www.bvdm-online.de/tarif.

 Tarifverhandlungen der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie
In den Tarifverhandlungen der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie hat es in der vierten Verhandlungsrunde am 14. Januar 2019 keine Einigung gegeben. Die Arbeitgeber hatten Entgelterhöhungen um insgesamt 4,6 % bei einer Laufzeit von 26 Monaten angeboten (2,5 % ab 1. April 2019, 2,1 % ab 1. April 2020). Für die Ausbildungsvergütungen bieten die Arbeitgeber ein Plus von 90 Euro ab 1. April 2019 an. Ferner fordern die Arbeitgeber eine Öffnungsklausel, die Betrieben in wirtschaftlichen Schwierigkeiten eine Verschiebung der Entgelterhöhung ermöglicht. Die Gewerkschaft ver.di hat das Angebot der Arbeitgeber abgelehnt und zuletzt 6,8 % Lohnerhöhung bei einer Laufzeit von 28 Monaten gefordert. Die Verhandlungen werden am 19. Februar 2019 fortgesetzt.

 Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst
Die Gewerkschaft ver.di fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder (ohne Hessen) Entgelterhöhungen im Gesamtvolumen von 6,0 %, mind. 200 € pro Monat (Auszubildende 100 € plus pro Monat), bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Darüber hinaus sollen strukturelle Verbesserungen in der Eingruppierung (analog öffentlicher Dienst, Bund und Gemeinden) erfolgen. Die Arbeitgeber lehnten die Forderungen ab und haben in der ersten Verhandlungsrunde am 21. Januar 2019 kein Angebot vorgelegt. Weitere Termine sind vereinbart für den 6./7. Februar sowie 28. Februar bis 1. März 2019.

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