Schadensersatzforderungen wegen dynamischer Einbindung von Google Fonts

Die Einbindung von Google Fonts per Link verstößt gegen Datenschutzrecht und kann zu Schadensersatzforderungen führen.

Mehrere Druckereien haben von Schreiben berichtet, in denen Privatpersonen 100,00 € Schadensersatz verlangen, da sie die Webseite der Druckerei besucht haben, auf denen Google Fonts per Link eingebunden war. Nach einer Entscheidung des Landgerichts München vom Januar dieses Jahres ist die Nutzung von Google Fonts, in der Art, dass beim Aufruf der Webseite eine Verbindung zu einem Google-Server hergestellt wird und eine automatische Übertragung der dynamischen IP-Adresse der Webseitennutzer ohne Einwilligung an Google stattfindet, datenschutzrechtlich unzulässig.

Der bvdm empfiehlt Druck- und Medienunternehmen, die Google Fonts nutzen, die lokale Einbindung auf dem eigenen Server. Diese Nutzungsform ist aus Sicht des LG München datenschutzrechtlich unbedenklich. Die Einbindung von Google Fonts sollte nicht dynamisch (per Link) erfolgen und entsprechende Webseiten sollten zeitnah angepasst werden.

Im Internet wird außerdem von kostenpflichtigen Abmahnungen durch Abmahnkanzleien berichtet. Betroffene, die ein Abmahnschreiben erhalten, sollten eine Unterlassungserklärung nicht ungeprüft unterzeichnen, sondern sich zur weiteren Prüfung an ihren Datenschutzbeauftragten oder Landesverband wenden.

  • Das komplette Rundschreiben mit näheren Ausführungen und Handlungsoptionen können registrierte Mitglieder hier #downloaden