Nachrichten zur Tarifrunde 2021/2022

Der bvdm startet im Februar 2022 mit einem neuen Vorsitzenden des Sozialpolitischen Ausschusses in die Tarifverhandlungen der Druckindustrie. Die Tarifrunde der Zeitungsverlage hat im November begonnen, im öffentlichen Dienst der Länder gab es eine Einigung.

  •  Tarifverhandlungen Druckindustrie 2022

Die Gewerkschaft ver.di hat das Lohnabkommen für die gewerblichen Arbeitnehmer sowie einige regionale Angestellten-Gehaltstarifverträge zum 31. Januar 2022 gekündigt und 5 % mehr Lohn und Gehalt bei einer Laufzeit von 12 Monaten gefordert. Diese Forderung hat der Sozialpolitische Ausschuss des bvdm in seiner Sitzung am 18. November 2021 als unrealistisch zurückgewiesen und die fehlende Reformbereitschaft der Gewerkschaft bezüglich des Tarifwerks kritisiert.

In der Sitzung wurde ferner Dr. Klemens Berktold, Geschäftsführer der FUNKE Druckzentrum Niedersachsen GmbH, zum neuen Vorsitzenden des Ausschusses gewählt. Er übernimmt das Amt von Sönke Boyens, geschäftsführender Gesellschafter der Boyens MediaPRINT GmbH & Co. KG, der sich nach 9 Jahren an der Spitze des Ausschusses nicht mehr zur Wiederwahl stellte.

Die Tarifverhandlungen zwischen bvdm und ver.di beginnen am 14. Februar 2022 in Berlin.

Bis Ende Februar 2022 herrscht Friedenspflicht, so dass frühestens ab März 2022 mit Streiks zu rechnen ist. Die Laufzeit des Manteltarifvertrages endet am 30. April 2022, anschließend gilt ebenfalls eine einmonatige Friedenspflicht.

Aktuelle Informationen zum Stand der Verhandlungen finden Sie auf der Internetseite des bvdm unter der Rubrik „Tarifinformationen“ (https://www.bvdm-online.de/themen/arbeit-tarif/tarifinformation/tarifverhandlungen-2022/).

  • Tarifverhandlungen Zeitungsverlage

Die Verhandlungen über einen neuen Gehaltstarifvertrag für Redakteure an Tageszeitungen zwischen dem Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) und den Gewerkschaften Deutscher Journalisten-Verband (DJV) und Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in ver.di (dju) haben am 26. November 2021 begonnen. Beide Gewerkschaften hatten die Tarifverträge zum 31. Dezember 2021 gekündigt. Der DJV hat ein Gehaltsplus von 4,8 % mit Elementen der Flexibilisierung bei einer Laufzeit von 12 Monaten gefordert, die dju forderte eine Lohnsteigerung um mindestens 200 € sowie eine Corona-Prämie in Höhe von 500 €. Die Verhandlungen werden am 14. Dezember 2021 fortgesetzt.

  • Tarifabschluss öffentlicher Dienst der Länder

Am 29. November 2021 hat sich die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) mit ver.di auf einen Tarifabschluss für die über 1 Mio. Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder mit einer Laufzeit von 24 Monaten bis 30. September 2023 geeinigt.

Vereinbart wurde die Zahlung einer „Corona-Prämie” in Höhe von 1.300 € (Auszubildende, Praktikanten und Studierende 650 €) Anfang 2022. Diese kann steuer- und abgabenfrei bis spätestens März 2022 ausgezahlt werden. Ab 1. Januar 2022 werden ferner verschiedene Zulagen für während der Pandemie besonders belastete Beschäftigtengruppen erhöht.

Am 1. Dezember 2022 werden die Entgelte um 2,8 % erhöht. Die Entgelte von Auszubildenden, Praktikanten und Studierenden werden um 50 € bzw. 70 € im Gesundheitswesen angehoben. Die Übernahmeregelung für Auszubildende wird wieder in Kraft gesetzt.

Hessen, das nicht der TdL angehört, hatte bereits am 10. Oktober 2021 einen Tarifabschluss mit ver.di erzielt. Bei einer Gesamtlaufzeit von 28 Monaten wurden Lohnerhöhungen um 2,2 % zum August 2021 sowie um 1,8 % (mind. 65 €) zum August 2022 vereinbart. Teil der hessischen Vereinbarung waren u. a. auch eine „Corona-Prämie“ von jeweils 500 € im Jahr 2021 und Anfang 2022, ein Mindestentgelt von 12 € für studentische Hilfskräfte und eine befristete Option zur Umwandlung eines Teils der Jahressonderzahlung in zwei freie Tage.

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