MBO-Übernahme durch Heidelberg untersagt

Die langwierige Prüfung der Übernahme der MBO-Gruppe durch Heidelberger Druckmaschinen AG ist beendet. In seiner Pressemitteilung gab das Bundeskartellamt Anfang Mai 2019 bekannt, das Zusammenschlussvorhaben zu untersagen. Der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) hat den Prüfungsprozess konstruktiv-kritisch begleitet und die Interessen der Druck- und Medienunternehmen vertreten.

Anfang Oktober 2018 hat die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) ihre Absicht zur Übernahme des Falzmaschinenherstellers MBO Maschinenbau Oppenweiler Binder GmbH (MBO-Gruppe) bekannt gegeben. Da solche Vorhaben vom nationalen Wettbewerbshüter genehmigt werden müssen, hat das Bundeskartellamt die möglichen Folgen für den Wettbewerb beim beabsichtigten Zusammenschluss geprüft. Am 7. Mai 2019 veröffentlichte die Behörde per Pressemitteilung ihre Entscheidung, die Übernahme zu untersagen.

Damit endete eine nicht triviale und etwa ein halbes Jahr dauernde Untersuchung eines Zusammenschlussvorhabens, das bei jedem Ausgang mittel- bis langfristig mit nicht von der Hand zu weisenden Konsequenzen für Druck- und Medienunternehmen verbunden ist. Denn dadurch hätte sich einerseits im Genehmigungsfall die Zahl der aktiven Falzmaschinenhersteller in Deutschland von vier auf drei reduziert: Mit GUK (inklusive MB Bäuerle) und Horizon hätten zwei kleinere Anbieter einem vergleichsweise sehr großen Anbieter, Heidelberg und MBO-Gruppe, gegenübergestanden. Andererseits ist zu fragen, wie sich in einem konsolidierenden Markt die Chancen der Hersteller ohne Kooperationen oder Zusammenschlüsse entwickeln sollen. Die Druck- und Medienunternehmen benötigen in jedem Fall leistungsstarke und verlässliche Lieferanten.

Vor diesem Hintergrund hat der bvdm das Prüfungsverfahren mit Kontakt zu der Behörde und zu den Druck- und Medienunternehmen konstruktiv-kritisch begleitet.

Die Zusammenschlussbeteiligten haben die Möglichkeit, innerhalb eines Monats Beschwerde gegen die Entscheidung einzulegen. So lange ist die Untersagung seitens des Bundeskartellamtes noch nicht rechtskräftig. Die Informationen aus den Pressemeldungen von Heidelberg und MBO-Gruppe zu der Entscheidung der Behörde lassen indes die Folgerung zu, dass keine Beschwerde in Erwägung gezogen wird.