Änderungen im Steuerrecht ab 01.01.2020

  • Ermäßigter Steuersatz für elektronische Bücher, Zeitungen und Zeitschriften
    Für E-Books sowie Zeitungen und Zeitschriften in elektronischer Form gilt künftig der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 %.
    Ausgenommen sind jugendgefährdende Erzeugnisse sowie Veröffentlichungen, die überwiegend Werbezwecken dienen. Begünstigt ist auch die Bereitstellung eines Zugangs zu Datenbanken, die eine Vielzahl von elektronischen Büchern, Zeitungen oder Zeitschriften oder Teile von diesen enthalten.
  • Definition von Barlohn
    In der Vergangenheit war die Abgrenzung zwischen steuerlich begünstigten Sachbezügen und dem steuer- und sozialversicherungspflichtigen Barlohn nicht immer ganz klar. Nunmehr wird klargestellt, dass auch zweckgebundene Geldleistungen, nachträgliche Kostenerstattungen, Geldsurrogate und andere Vorteile, die auf einen Geldbetrag lauten, zu den Einnahmen in Geld gehören und nicht unter die 44-Euro-Freigrenze fallen.
    Gutscheine und Geldkarten, die ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen berechtigen, sind von dieser Änderung nicht betroffen. Hierzu hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ein Anwendungsschreiben angekündigt. Als Orientierungshilfe verweist der Gesetzestext auf § 2 Abs. 1 Nr. 10 Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG).
    Eine zusätzliche Interpretationshilfe bietet die Gesetzesbegründung des Umdrucks Nr. 8 zum Jahressteuergesetz 2019.
  • Bewertungsabschlag für Mitarbeiterwohnungen
    Der finanzielle Vorteil des Sachbezuges, den Arbeitnehmer als Mieter in Wohnungen ihres Arbeitgebers erhalten, wird mit einem Bewertungsabschlag von einem Drittel des ortsüblichen Mietwertes angesetzt.
    Der errechnete Wert dient als Freibetrag. Die Miete darf jedoch nicht mehr als 25 € je Quadratmeter betragen.
  • Pauschale für Verpflegungsmehraufwendungen
    Die Verpflegungspauschalen für Dienstreisen im Inland werden auf 28 € (bisher 24 €) für Abwesenheiten von 24 Stunden bzw. 14 € (bisher 12 €) für An- und Abreisetage sowie für Abwesenheitstage ohne Übernachtung und mehr als 8 Stunden Abwesenheit angehoben.
  • Steuerbefreiung von Job-Tickets
    Die im § 3 Nr. 15 EStG eingeführte Steuerbefreiung von Arbeitgeberzuschüssen für Jobtickets zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wird durch eine alternative Wahlmöglichkeit ergänzt.
    Arbeitgeberzuschüsse können nun pauschal mit einem Steuersatz von 25 % versteuert werden, wofür im Gegenzug die Minderung des Werbungskostenabzugs in Form der Entfernungspauschale entfällt (§ 40 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 EStG).
  • Förderung der Elektromobilität
    Die ursprünglich bis 31. Dezember 2021 befristete Halbierung der Bemessungsgrundlagen zur Dienstwagenbesteuerung für Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge wird stufenweise bis zum 31. Dezember 2030 verlängert.
    Im parlamentarischen Verfahren kamen noch Maßnahmen zur Förderung rein elektrisch betriebener Fahrzeuge hinzu. Die Steuerbefreiung der vom Arbeitgeber gewährten Vorteile für das elektrische Aufladen eines Elektrofahrzeugs oder Hybridelektrofahrzeugs im Betrieb des Arbeitgebers werden ebenfalls verlängert (§ 52 Abs. 4 Satz 14 und Abs. 37c EStG).
  • Sonderabschreibung für Elektronutzfahrzeuge und elektrisch betriebene Lastenfahrräder
    Zunächst sollten nur Elektronutzfahrzeuge gefördert werden, im parlamentarischen Prozess wurde die Sonderabschreibung von 50 % auch auf elektrisch betriebene Lastenfahrräder ausgedehnt.

Gesetzestext zum Download

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