Indexwerte der Erzeugerpreise für Maschinen, Apparate und Anlagen der Druck- und Medienindustrie 1990 – 2018

Mit Erzeugerpreisindizes kann die Wertentwicklung von Maschinen und Anlagen der Druck- und Medienindustrie beurteilt werden. Die vom Bundesverband Druck und Medien aktualisierten Zahlen erlauben die Ermittlung des Wiederbeschaffungsneuwertes von einzelnen Anlagen nunmehr für das gesamte Jahr 2018.

Mit Indexwerten kann die Wertentwicklung von Maschinen und Anlagen der Druck- und Medienindustrie beurteilt werden. Die auf diesen Indexwerten basierenden Multiplikatoren erleichtern die Ermittlung von aktuellen Wiederbeschaffungsneuwerten (WBN) in der Kosten- und Leistungsrechnung der Betriebe bei einzelnen Anlagen, ausgehend vom jeweiligen Anschaffungsjahr. So entfällt durch den Rückgriff auf die Indexwerte die aufwendige Einzelermittlung eines WBN.

  • Indexreihen der Erzeugerpreise für die Druck- und Medienindustrie

Die Preisentwicklung typischer Maschinen, Apparate und Anlagen der Druckindustrie bildet das Statistische Bundesamt in verschiedenen Indexreihen ab. Der Erzeugerpreisindex „Druck- und Buchbindereimaschinen und -apparate“ fasst dabei alle in den Produktionsbereichen Druck und Weiterverarbeitung benötigten Anlagen zusammen. Alternativ können die beiden Indexreihen „Druckmaschinen“ und „Buchbindereimaschinen und -apparate“ verwendet werden.

Dagegen erfolgt keine Ausweisung von Daten explizit für die digitale Druckvorstufe. Die für diesen Produktionsbereich üblichen Geräte und Anlagen können durch den Index „Datenverarbeitungsgeräte und periphere Geräte“ abgedeckt werden. Dieser Index ist auch für die EDV-Anlage in der Verwaltung zu verwenden. Weiterhin steht die Indexreihe „Kraftwagen und Kraftwagenmotoren“ für den Fuhrpark zur Verfügung.

Die Indexreihen des Statistischen Bundesamtes beziehen sich auf das Basisjahr 2015, d. h. der Indexwert ist im Jahr 2015 gleich 100. Nicht für alle Indexreihen sind Werte aus den Jahren vor 2000 bzw. vor 1995 verfügbar. Werte, die in der nachfolgenden Tabelle nicht aufgeführt sind, stehen nicht zur Verfügung.

  • Warum Indizes?

 Aus Gründen der Substanzerhaltung ist es notwendig, bei der Ermittlung der jährlichen Abschreibungen, vom WBN auszugehen. Diese Vorgehensweise stellt sicher, dass die Werte für Anlagegüter der Preisentwicklung kontinuierlich angepasst werden und das Anlagegut mit der Gesamtsumme aller Abschreibungsbeträge nach Ablauf der Abschreibungsdauer wiederbeschafft werden kann. In Fällen einer den Preis senkenden Entwicklung (bspw. bei EDV-Anlagen) ist es ebenso möglich, den (höheren) Anschaffungspreis als Basis für die Abschreibungen heranzuziehen.

Die jährlich notwendige Neufestsetzung der WBN für die Kostenrechnung kann durch Einzelermittlung oder mittels Indizes durch Umrechnung der Anschaffungswerte erfolgen. Zur Einzelermittlung eines WBN sollte der gegenwärtige Anschaffungspreis (Tageswert) der betreffenden Anlage herangezogen und um jene Preisanteile bereinigt werden, die durch technische Weiterentwicklungen bedingt sind. Diese aufwendige Vorgehensweise ist i. d. R. nur bei größeren Anlagen sinnvoll. Ansonsten kann auf die Indexreihen für Erzeugerpreise des Statistischen Bundesamtes zurückgegriffen werden.

  • Ermittlung von Wiederbeschaffungsneuwerten mit Indizes

Anhand der Indizes wurden vom Bundesverband Druck und Medien Multiplikatoren ermittelt, die als Faktoren zur Berechnung der WBN der in den jeweiligen Jahren angeschafften Maschinen bzw. Anlagen heranzuziehen sind. Der aktuelle WBN einer Maschine ergibt sich aus der Multiplikation des Anschaffungspreises des Anlagegutes und dem Multiplikator des entsprechenden Anschaffungsjahres. Die Formel lautet:

WBN = Anschaffungspreis x Multiplikator des Anschaffungsjahres

  • Beispiel zur Ermittlung des Wiederbeschaffungsneuwertes

Vorgaben:
– Druckmaschine, Anschaffungspreis: 100.000 Euro
– Anschaffungsjahr: 2000

Berechnung:
WBN = 100.000 Euro x 1,2149
WBN = 121.490 Euro

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