EU-Taxonomieverordnung für nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten

Im Juni 2021 hat die EU-Kommission die erste Anwendungsverordnung für die im vergangenen Jahr in Kraft getretene EU-Taxonomieverordnung für nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten beschlossen.

Sie stellt die Grundlage für das weltweit erste Klassifizierungssystem (Taxonomie) für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten dar und geht mit Berichtspflichten und Informationsanforderungen an die unmittelbar betroffenen Unternehmen einher.

Noch ist unklar, ob diese Informationspflichten die gesamten vorgelagerten Lieferketten der berichtspflichtigen Unternehmen betreffen und damit auch Auswirkungen auf kleine und mittelständische mittelbare Zulieferer haben werden. Derzeit müssen wir jedoch davon ausgehen, dass große Vertragspartner zwangsweise entsprechende Informationen – zumindest – von ihren direkten Zulieferern anfordern werden, also auch von kleinen und mittelständischen Druckereien.

Banken werden in absehbarer Zeit ihr Kreditvergabeverhalten und ihre Risikobewertung an der Nachhaltigkeitsdefinition in der Taxonomie ausrichten. Dies hat zur Folge, dass eine fehlende Nachhaltigkeit als Geschäftsrisiko bewertet werden wird, welches bei Banken zu einer restriktiveren Kreditvergabe führen könnte. Es werden also auch von Volksbanken und Sparkassen an ihre Kunden verschärfte Anforderungen gestellt werden. Dies macht die Erfüllung von künftigen Anforderungen an die Geschäftspolitik auch von Druckereien noch komplexer und anspruchsvoller.

Bitte befassen Sie sich frühzeitig mit diesem Thema.

Ein ausführliches Rundschreiben zur EU-Taxonomieverordnung können registrierte Mitglieder hier downloaden.

Einen bvdm-FAQ-Katalog zur EU-Taxonomie, die EU-Taxonomieverordnung sowie zwei delegierte Rechtsakte erhalten Mitglieder des vdmno bei Inge Oberheide (0511/33806-33, oberheide@vdmno.de).