Corona: Verlängerung steuerlicher Hilfsmaßnahmen

Zinslose Stundung von Steuerzahlungen | Herabsetzung von Steuervorauszahlungen | Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen im vereinfachten Verfahren | Verlängerung bis 30. Juni 2021

  • Stundung von Steuerzahlungen im vereinfachten Verfahren
    Unternehmen, die nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich negativ von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen sind und deshalb ihre bis zum 30. Juni 2021 fälligen Einkommen-, Körperschaft- oder Umsatzsteuerzahlungen nicht leisten können, sollen die entsprechenden Zahlungen auf Antrag zinsfrei stunden können.
    Der Antrag auf Stundung ist beim zuständigen Finanzamt bis zum 30. Juni 2021 zu stellen. Die Stundungen können hierbei bis längstens zum 30. September 2021 gewährt werden.
    Anschlussstundungen, für die bis zum 30. Juni 2021 fälligen Steuern, können nur über eine Ratenzahlungsvereinbarung bis längstens zum 31. Dezember 2021 gewährt werden.
  • Anpassungen von Steuervorauszahlungen im vereinfachten Verfahren
    Nach wie vor können nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich negativ von den Auswirkungen des Coronavirus betroffene Steuerpflichtige bis zum 31. Dezember 2021 Anträge auf die Anpassung der Höhe ihrer Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer 2021 stellen.
  • Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen im vereinfachten Verfahren
    Falls ein Vollstreckungsschuldner (Steuerschuldner) unmittelbar und nicht unerheblich von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen ist und dies dem zuständigen Finanzamt bis zum 30. Juni 2021 mitteilt, sollen bis zum 30. September 2021 keine Vollstreckungsmaßnahmen bei allen bis zum 30. Juni 2021 rückständigen oder bis zu diesem Zeitpunkt fällig werdenden Steuern durchgeführt werden.
    Zudem werden die im Zeitraum zwischen dem 1. Januar 2021 und 30. September 2021 entstandenen Säumniszuschläge grundsätzlich erlassen.
    Eine Verlängerung des Vollstreckungsaufschubs über den 30. September hinaus, kann nur über eine Ratenzahlungsvereinbarung bis längstens zum 31. Dezember 2021 gewährt werden.
  • Verschiebung von Ordnungsgeldverfahren für verspätet veröffentlichte Jahresabschlüsse
    Außerdem ist der Webseite des Bundesamtes für Justiz zu entnehmen, dass gegen Unternehmen, die ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr mit dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 nicht bis zum 31. Dezember 2020 veröffentlicht haben, kein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 des Handelsgesetzbuchs eingeleitet werden soll. Allerdings gilt diese Billigkeitsregelung nur bis nach den Osterfeiertagen, sodass – der Mitteilung des Bundesamtes nach – spätestens bis zum 6. April 2021 die Rechnungslegungsunterlagen veröffentlicht werden müssen.

Das BMF-Schreiben vom 18. März 2021 finden Sie hier
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