Corona: Schutzschild – Milliardenschweres Hilfspaket

Soforthilfe-Programm für Soloselbstständige und kleine Unternehmen

  • Inhalt und Zielsetzung
    Der Schutzschirm für kleine Unternehmen umfasst direkte Zuschüsse für Soloselbstständige, Angehörige der Freien Berufe und kleine Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten und dient zur Überbrückung von dringlichen Liquiditätsengpässen sowie zur Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Existenz. Mit Hilfe der Zuschüsse sollen laufende Betriebskosten – wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten u. Ä. – gedeckt werden. Hierbei sind die Hilfen abhängig von der Größe des Unternehmens:
    – Selbstständige und Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) erhalten eine Einmalzahlung bis zu 9.000 Euro für 3 Monate (nicht zurückzuzahlen).
    – Selbstständige und Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) erhalten eine Einmalzahlung bis zu 15.000 Euro für 3 Monate (nicht zurückzuzahlen).
    Hierbei kann der nicht ausgeschöpfte Zuschuss auch für 2 weitere Monate in Anspruch genommen werden, falls der Vermieter die Miete um 20 % reduziert.
  • Voraussetzung und Antragsstellung
    Die Selbstständigen bzw. Unternehmen müssen sich aufgrund des Coronavirus in wirtschaftlichen Schwierigkeiten (Existenzbedrohung bzw. Liquiditätsengpass) befinden und diese nachweisen können. Zudem muss der entsprechende wirtschaftliche Schaden bei den Selbstständigen bzw. Unternehmen erst nach dem 11. März 2020 eingetreten sein.
    Die Antragsstellung erfolgt elektronisch, wobei die Details im Laufe der Woche konkretisiert werden sollen.
  • Volumen des Hilfspakets
    Das monetäre Volumen des Soforthilfe-Programms für kleine Unternehmen und Soloselbstständige beträgt bei maximaler Ausschöpfung 50 Mrd. Euro.

Gründung eines Wirtschaftsstabiliserungsfonds für mittlere und größere Unternehmen

Für mittlere und größere Unternehmen soll der während der letzten Finanzkrise geschaffene Finanzmarktstabilsierungsfonds zum Wirtschaftsstabiliserungsfond umgebaut werden. Insgesamt wird der Fond mit 600 Mrd. Euro ausgestattet werden. Der Fond soll hierbei großvolumige Stützungsmaßnahmen finanzieren. Hierzu zählen staatliche Liquiditätsgarantien und eigenkapitalstärkende Maßnahmen. Somit soll der Fonds Staatsgarantien für die Verbindlichkeiten von Unternehmen abgeben. Zudem soll er direkte staatliche Beteiligungen an angeschlagenen Unternehmen ermöglichen.

  • Liquiditätsgarantien: Garantierahmen in Höhe von 400 Mrd. Euro, um Liquiditätsengpässe bei Unternehmen zu verhindern und sie dabei zu unterstützen, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren.
  • Kapitalmaßnahmen: Kreditermächtigung in Höhe von 100 Mrd. Euro für direkte Rekapitalisierungsmaßnahmen bzw. Staatsbeteiligungen, um die Zahlungsfähigkeit von Unternehmen aufrechtzuerhalten (insbesondere Erwerb von Anteilen oder stillen Beteiligungen, Zeichnung von Genussrechten oder Nachranganleihen).
  • Refinanzierung: Kreditermächtigung in Höhe von 100 Mrd. Euro zur Refinanzierung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bei der Ausführung der ihr zugewiesenen Sonderprogramme.

 

  • Bewertung
    Zwar sind die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus, wie wegbrechende Aufträge, Produktionsstilllegungen und in der Folge erhebliche Umsatzrückgänge, für Unternehmen aller Beschäftigtengrößenklassen enorm. Allerdings sind es insbesondere die kleinen Unternehmen, die aufgrund kaum vorhandener oder aber niedriger Rücklagen von den Coronavirus-bedingten exorbitant hohen bzw. vollständigen Umsatzeinbrüchen besonders stark betroffen sind. Bei vielen dieser Unternehmen entscheidet sich ihre wirtschaftliche Fortexistenz in den nächsten Wochen und ist maßgeblich von staatlicher Hilfe abhängig.

Da rund 69 % aller Betriebe in der Druckindustrie Kleinstunternehmen mit 1 bis 9 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind und rund 83 % der Betriebe weniger als 20 Beschäftigte haben, ist dieses von der Bundesregierung beschlossene Hilfspaket daher für die Druckindustrie von enormer Relevanz. Zudem sind die staatlichen Zuschüsse unerlässlich, da in der Regel Klein- und Kleinstunternehmen aufgrund ihrer jeweiligen Bonitätseinstufungen bzw. ihrer mangelnden Kreditwürdigkeit einen sehr schwierigen Zugang oder überhaupt keinen Zugang zu Krediten haben. Zudem fürchten sich viele der Kleinst- und Kleinunternehmen davor, dass sie im Falle der Kreditaufnahme das aktuelle finanzielle Problem lediglich in die Zukunft verlagern. Folglich befürchten die Unternehmen, die während der Krisenzeit aufgenommenen Kredite in der Zeit nach dem Coronavirus nicht zurückzahlen zu können und rechnen deshalb mit einer zeitversetzten Zahlungsunfähigkeit.

Daher ist es jetzt entscheidend, dass die staatlichen Zuschüsse schnell und unbürokratisch ausgezahlt werden, um den Kleinstunternehmen die Möglichkeit zu geben, einen Teil ihrer laufenden Kosten, wie z. B. Miet- und Pachtaufwendungen, schnellstmöglich zu decken.

Zudem startete am 23.03.2020 das neue KfW-Sonderprogramm 2020 über das wir gesondert informieren werden.
Das Eckpunktepapier (Corona-Soforthilfeprogramm) des Bundesfinanz- und Bundeswirtschaftsministeriums finden Sie hier.

Das komplette Rundschreiben können registrierte Mitglieder hier downloaden.