bvdm-Wirtschaftsausschuss zur aktuellen wirtschaftlichen Lage

Die sich abkühlende Konjunktur sorgt für trübe Erwartungen der Druck- und Medienunternehmen hinsichtlich ihrer Geschäftslage im laufenden Jahr. In seiner Frühjahrssitzung stellte der Wirtschaftsausschuss des Bundesverbandes Druck und Medien fest, dass die noch im September des letzten Jahres zuversichtlichen Erwartungen aus heutiger Perspektive zu optimistisch gewesen sind. Der Ausschuss befürchtet für das gesamte Jahr 2019 eine weitere Anspannung der wirtschaftlichen Situation.

In seiner Funktion kommt dem Wirtschaftsausschuss des Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm) eine beratende Funktion hinsichtlich wirtschaftspolitischen und betriebswirtschaftlichen Themen zu. Dieses Gremium tagt zweimal im Jahr und besteht aus ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitgliedern. Das sind Inhaber, Geschäftsführer, kaufmännische Leiter von mehrheitlich Akzidenzdruckereien und Medienunternehmen sowie betriebswirtschaftliche Berater der Verbände Druck und Medien.

Die Diskussion über die aktuelle wirtschaftliche Lage der Branche nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. So auch in der im April 2019 stattgefundenen Frühjahrssitzung des Ausschusses, bei der unter anderem auch die Europawahl, die Digitalisierung und Cloud Technologien auf der Tagesordnung standen.

Im Folgenden werden einzig die wichtigsten Punkte der Diskussion über die aktuelle wirtschaftliche Lage wiedergegeben:

Die Konjunktur in der deutschen Druck- und Medienindustrie hat sich im Verlauf des vergangenen Jahres anders entwickelt als ursprünglich erwartet. Nach einem gelungenen Start löste ein anhaltender Abschwung den bis dahin neun Monate andauernden leichten Aufschwung bereits im April 2018 wieder ab. Diese Trendwende wurde bereits in der Herbstsitzung des Ausschusses im September 2018 erörtert. Man ging jedoch davon aus – u. a. angesichts des damals noch bevorstehenden Weihnachtsgeschäftes –, dass sich die Lage verbessern wird.

Den jüngsten amtlichen Daten zufolge zeigt sich nunmehr, dass sich der negative Trend verstetigte und die sinkende Nachfrage nach Druck- und Medienerzeugnissen im Jahresdurchschnitt 2018 zu einem Rückgang der Produktionstätigkeit um kalenderbereinigte 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr führte. Da die Verkaufspreise für Druckereierzeugnisse zugleich nur geringfügig gestiegen sind (0,7 Prozent), sank auch der nominale Umsatz aller umsatzsteuerpflichtigen Branchenunternehmen nach bvdm-Schätzung um kalenderbereinigte 1,9 Prozent von 20,8 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf 20,4 Milliarden Euro.

Ebenso hat das Jahr 2019 für die Druck- und Medienunternehmen nicht gut begonnen. Die negativen Rahmenbedingungen des Vorjahres strahlen weiterhin aus, verstärken sich teilweise und sorgen für ein Ausbleiben nachfragebelebender Impulse. Die steigenden Produktionskosten, die wohl hauptsächlich auf stark steigende Druckpapierpreise zurückzuführen sind, schrecken langjährige Kunden und potenzielle Käufer von Druckprodukten ab. Dadurch dürften Printmedien im Medienmix 2019 stärker an Bedeutung verlieren. Hinzu kommt das Risiko einer sich weiter abkühlenden gesamtwirtschaftlichen Konjunktur, das sich ebenfalls nachfragehemmend auswirken könnte.

Dem schwierigen Umfeld entsprechend war die Geschäftsstimmung in der Druck- und Medienindustrie zu Jahresbeginn gedämpft, die Erwartungen waren nur verhalten optimistisch. Auch wenn sich das saisonbereinigte monatliche Geschäftsklima zwischenzeitlich wieder in einem leichten Aufschwung befindet, liegt das Niveau des bvdm-Geschäftsklimaindexes deutlich unter dem des Vorjahreszeitraums.

Die einzelnen Mitglieder des Wirtschaftsausschusses beurteilten in der jüngsten Sitzung ihre Lage zwar unterschiedlich – von gut bis sehr schlecht –, äußerten sich jedoch mehrheitlich skeptisch hinsichtlich ihrer Geschäftslage in den kommenden Monaten. Angesichts der weiterhin hohen Kostenbelastung und der sinkenden Nachfrage nach Druckerzeugnissen befürchten sie für das gesamte Jahr 2019 eine weitere Anspannung ihrer wirtschaftlichen Situation.

Die jüngsten amtlichen Daten bestätigen dieses Stimmungsbild: Während die Verkaufspreise in der Druckindustrie im ersten Quartal 2019 um 1,5 Prozent weiter angestiegen sind, ist der kalenderbereinigte Produktionsindex der Branche um 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gesunken. Der Umsatzindex der Branche lag gleichzeitig 1,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau.