bvdm-Konjunkturtelegramm: Februar 2022

  • Geschäftsklima bleibt wechselhaft; Erwartungen der Unternehmen hellen sich auf

Im Februar entspannte sich das Geschäftsklima der deutschen Druck- und Medienbranche ein wenig. Der vom Bundesverband Druck und Medien berechnete Geschäftsklimaindex legte gegenüber dem Vormonat um saisonbereinigt 2,0 Prozent auf 102,2 Punkte zu und machte den Rückgang aus dem Januar wieder wett. Damit notierte der Index erstmals seit Oktober 2021 wieder leicht über seinem Vorkrisenniveau. Diese Entwicklung ist überwiegend auf zuversichtlichere Unternehmenserwartungen zurückzuführen, welche die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der meisten coronabedingten Einschränkungsmaßnahmen widerspiegeln. Angesichts des anhaltenden Druckpapiermangels und der drohenden Auswirkungen der Ukrainekrise auf die Höhe der Energiepreise, müssen diese Erwartungen jedoch mit Vorsicht interpretiert werden.

Im Februar beurteilten die vom ifo Institut befragten Druck- und Medienunternehmen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre für die nächstens sechs Monate erwartete Geschäftsentwicklung zuversichtlicher als im Januar. Die Werte der aktuellen und erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.

Nachdem der saisonbereinigte Geschäftslageindex zu Jahresbeginn deutlich gefallen war, legte er im Februar zwar wieder leicht zu, notierte mit 99,7 Punkten jedoch nur 1,4 Prozent über dem Stand vom Januar. Nach wie vor liegt er damit unter seinem Vorkrisenniveau vom Februar 2020 – das Minus beträgt mittlerweile 2,1 Prozent. Im Vorjahresvergleich stieg der Index um 18,5 Prozent. Dies ist vor allem auf eine deutlich bessere Auftragslage und Nachfragenentwicklung als im Februar 2021 zurückzuführen. Dennoch verhindert die anhaltende Papierknappheit eine kontinuierliche Erholung der Produktion der Druck- und Medienunternehmen. So gaben im Februar zwar rund 17 Prozent der befragten Unternehmen an, dass ihre Produktionstätigkeit zuletzt gestiegen sei. Rund 42 Prozent der Teilnehmer registrierten jedoch eine rückläufige Produktionsentwicklung. Folglich befand sich der Saldo deutlich im negativen Bereich.

Trotz dieser Schwierigkeiten bewerten die Druck- und Medienunternehmen ihre zukünftige Geschäftsentwicklung derzeit optimistischer als im Januar. Im Februar nahm der saisonbereinigte Index der Geschäftserwartungen um 2,6 Prozent zu. Mit 104,8 Punkten lag der Index 1,6 Prozent über seinem Vorjahresniveau. Derzeit schätzen 33 Prozent der Unternehmen, dass sich ihre Geschäftssituation in den kommenden sechs Monaten im Vergleich zur aktuellen Lage bessern wird. Diese Erwartungen dürften vor allem mit Hoffnungen auf eine zeitnahe Entspannung der Infektionslage und – damit einhergehenden – Lockerungen der coronabedingten Einschränkungsmaßnahmen verbunden sein.  Rund 20 Prozent der Befragten bleiben jedoch in ihrer Erwartungshaltung vorsichtig und rechnen folglich mit einer schwächeren Entwicklung ihrer Geschäftslage. Diese Unternehmen dürften insbesondere das Anhalten der Lieferengpässe bei Vorleistungsgütern sowie die wirtschaftlichen Gefahren einer Eskalation des Ukrainekonflikts, die sich insbesondere über stark steigende Energiepreise zeigen würden, im Blick haben. Insgesamt stieg der saisonbereinigte Saldo der Geschäftserwartungen im Februar gegenüber dem Vormonat – trotz dieser Risiken – um 5 Prozentpunkte an und lag damit erstmals seit fünf Monaten wieder knapp über dem Nullpunkt.

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