Branchenbericht Mai 2019 – Berichtszeitraum: 2018

Die Jahresbilanz der deutschen Druck- und Medienindustrie zeigt 2018 nur wenig Positives. Der leichte Konjunkturaufschwung im Jahr 2017 wurde vom anhaltenden Abschwung abgelöst. Dies führte dazu, dass zentrale Kennzahlen der Branche sich gegenüber dem Vorjahr negativ entwickelt haben. Angesichts des unbefriedigenden Jahresbeginns 2019 sind zudem die Aussichten für das gesamte laufende Jahr eingetrübt. So lautet das Fazit des aktuellen Branchenberichtes des Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm) zur Struktur, wirtschaftlichen Lage und den Aussichten für das Jahr 2019.

Die Konjunktur in der deutschen Druck- und Medienindustrie hat sich im Jahresverlauf 2018 anders entwickelt als ursprünglich erwartet. Nach einem gelungenen Start löste ein anhaltender Abschwung den bis dahin neun Monate andauernden leichten Aufschwung bereits im April 2018 wieder ab.

Die sinkende Nachfrage nach Druck- und Medienerzeugnissen führte im Jahresdurchschnitt zu einem Rückgang der Produktionstätigkeit kalenderbereinigt um 2,2 % gegenüber dem Vorjahr. Damit sank die Produktion ähnlich stark wie bereits 2016 (-2,0 %). Im Jahr 2017 war sie auf dem Vorjahresniveau geblieben.

Auch der nominale Umsatz aller umsatzsteuerpflichtigen Branchenunternehmen ist nach bvdm-Schätzung kalenderbereinigt um 1,9 % von 20,8 Mrd. Euro im Jahr 2017 auf 20,4 Mrd. Euro gesunken.

Aufgrund der massiven Kostensteigerungen hat sich die Produktion von Druckerzeugnissen 2018 stark verteuert. Die Druck- und Medienunternehmen sahen sich daher gezwungen, mit eigenen Preiserhöhungen zu reagieren. Zum ersten Mal seit sechs Jahren sind die Verkaufspreise der Branche mit 0,7 % gegenüber dem Vorjahr daher deutlich gestiegen – vor dem Hintergrund eines über Preise ausgetragenen harten Wettbewerbs eine beachtenswerte Anstrengung.

Die Kombination aus dem verschärften Kostendruck sowie der rückläufigen Nachfrage nach Druckerzeugnissen führte 2018 zu einem betriebswirtschaftlich gefährlichen Ungleichgewicht. So stieg die Zahl der Insolvenzfälle in der Druck- und Medienindustrie um 30,1 Prozent auf 95. Es waren darunter vergleichsweise größere Unternehmen, die sich gezwungen sahen, Insolvenz anzumelden.

Gleichwohl planten die Druck- und Medienunternehmen im Jahr 2018, wieder mehr zu investieren als im Vorjahr. Auf der Basis der ifo-Investitionserhebung schätzt der bvdm den Investitionsanstieg im deutschen Druckgewerbe um 7,2 % auf 596 Mrd. Euro. Die Investitionspläne der Unternehmen verfolgen dabei hauptsächlich das Ziel einer Ersatzbeschaffung. Vor dem Hintergrund der ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wächst darüber hinaus die Bedeutung der Investitionen in Prozesse und Software enorm.

Während die Investitionen auch im Jahr 2019 steigen sollen (um 2,4 %), signalisieren die zentralen Konjunkturindikatoren der Druck- und Medienbranche für das erste Quartal 2019 keine positive Entwicklung für das gesamte laufende Jahr: Der Umsatzindex war leicht, der Produktionsindex jedoch stark rückläufig (-1,2 % bzw. -7,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal). Außerdem hielt das kostengetriebene Wachstum der Verkaufspreise in der Druck- und Medienbranche bis April 2019 an. Dieser Anstieg vermag es allerdings weiterhin nicht, die mengenmäßigen Rückgänge wertmäßig auszugleichen.

Angesichts des unbefriedigenden Jahresbeginns und der abkühlenden gesamtwirtschaftlichen Konjunktur sind die Aussichten für 2019 für die Druck- und Medienbranche eingetrübt.