Quelle: BMF

Veranstaltungen zu Ehren einzelner Mitarbeiter

Die umsatz- und lohnsteuerliche Behandlung von Betriebsveranstaltungen war bereits Gegenstand des BMF-Schreibens vom 7. Dezember 2016 (vgl. unsere News vom 03.01.2017). Dabei ergaben sich jedoch Unklarheiten bei Veranstaltungen zu Ehren eines einzelnen Arbeitnehmers (z. B. Jubiläumsfeier). Dem aktuellen Schreiben nach erachtet das BMF nunmehr diese nicht als Betriebsveranstaltungen.

Wesentliche Punkte des BMF-Schreibens:

  • Die lohnsteuerliche Behandlung solcher Events richtet sich nach den Vorschriften der Lohnsteuer-Richtlinien. Danach sind übliche Sachleistungen des Arbeitgebers dann als lohnsteuerpflichtiger Arbeitslohn anzusehen, wenn die Aufwendungen des Arbeitgebers einschließlich Umsatzsteuer mehr als 110 Euro je teilnehmender Person betragen (110 Euro Freigrenze). Dabei sind auch Geschenke bis zu einem Gesamtwert von 60 Euro in die Freigrenze einzubeziehen.
  • Auch im Sinne des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses liegt bei Veranstaltungen zu Ehren eines einzelnen Arbeitnehmers keine Betriebsveranstaltung vor. Damit gelangt die damit verbundene Freigrenze von 110 Euro nicht zur Anwendung. Demzufolge sind sämtliche im Rahmen solcher Events zugewendeten Leistungen grundsätzlich der Umsatzsteuer (unentgeltliche Wertabgabe) zu unterwerfen, wenn diese Leistungen zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt haben. Eine Besteuerung scheidet jedoch aus, wenn der Leistungsbezug zuvor mit der Absicht erfolgt ist, diesen zu einem späteren Zeitpunkt unentgeltlich zuzuwenden. Denn in diesem Fall kann schon ein Vorsteuerabzug aus dem Leistungsbezug nicht geltend gemacht werden.
    Dies gilt jedoch nicht für die in diesem Zusammenhang zugewendeten Aufmerksamkeiten (z. B. Blumen, Genussmittel), sofern diese unterhalb der Grenze von 60 Euro bleiben. Für diese Aufmerksamkeiten ist der Vorsteuerabzug entsprechend der wirtschaftlichen Gesamttätigkeit des Arbeitgebers möglich, ohne dass sie die Besteuerung einer unentgeltlichen Wertabgabe auslösen.

Das an die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft gerichtete BMF Schreiben finden Sie in dem angehängten Link.

Folgende Links wurden an den Artikel gehängt:

-> Hier finden Sie das BMF-Schreiben



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